Allgemein

Zuletzt aktualisiert am 12.03.2018

Welche Doktoratsstudien gibt es und mit welchen Magisterstudien sind sie verknüpft?

An der TU Wien werden drei Doktoratsstudien angeboten, die sich nur durch den Titel unterscheiden, der angestrebt wird:

  • Doktorat der technischen Wissenschaften (Dr. techn.doctor/doctrix technicæ, Kennzahl E786): Das typische Doktoratsstudium an der TU Wien für Absolventeninnen und Absolventen von technischen bzw. technisch-naturwissenschaftlichen Studien.

  • Doktorat der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.doctor/doctrix rerum naturalium, Kennzahl E791): Dieses Studium ist vor allem für Absolventeninnen und Absolventen von naturwissenschaftlichen Studien, also solchen, die nicht mit dem Titel Dipl.-Ing. abschließen, gedacht.

  • Doktorat der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (Dr. rer. soc. oec. doctor/doctrix rerum socialium oeconomicarumque, Kennzahl E784): Dieses Studium ist für jene Studierenden gedacht, deren Schwerpunkt im sozial- bzw. wirtschaftswissenschaftlichen Bereich liegt, insbesonders für Personen, die mit einem Mag. rer. soc. oec. abgeschlossen haben.

Ist ein Doktoratsstudium an der TU Wien einer bestimmten Fachrichtung zugeordnet?

Zu Begin des Studiums (bei der Zulassung) muss das Doktoratsstudium einem Fachbereich oder einer Diplomstudienrichtung zugeordnet werden. Wenn z.B. das Doktoratsstudium der technischen Wissenschaften (Studienkennzahl 786) mit Physik (vormals Studienkennzahl 810) kombiniert wird, ergibt sich die Studienkennzahl E 786 810 (E steht für die TU Wien) für das Doktoratsstudium der technischen Physik.

Am einfachsten ist es, bei der Zulassung am Schalter bekannt zu geben, welche Fachrichtung man studieren will. Zusätzlich wird man damit auch dem zuständigen Studiendekanat und der/dem zuständigen Studiendekan/in zugeordnet.

Wovon ist abhängig, welchem der drei Doktoratsstudien man zugeordnet wird?

Es ist schwer, generelle Aussagen zu treffen, weil es keine fixe Richtlinien gibt und bei der Zulassung von Fall zu Fall entschieden wird.

Diese Entscheidung fällt für Absolventinnen und Absolventen der TU Wien die Studienabteilung, für AbsolventInnen anderer Universitäten zum Teil auch die Studiendekanin oder der Studiendekan. Normalerweise werden folgende Kriterien herangezogen:

In den meisten Fällen werden Absolventinnen und Absolventen der TU Wien dem Dr. techn. (Kennzahl E786) zugeordnet.

Was muss ich beachten, wenn ich ein Doktoratsstudium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (Dr. rer. soc. oec.) machen möchte?

Dieses Studium ist an der TU Wien zwar möglich, aber unüblich.

Beachte, dass das Doktoratsstudium einem Masterstudium der TU Wien zuordenbar und dein Masterabschluss facheinschlägig zum absolvierten Studium sein muss. Da die TU Wien keine klassischen Masterstudien der Wirtschaftswissenschaften (BWL), Volkswirtschaftslehre (VWL) oder Soziologie anbietet, erschwert das eine Zulassung mit einem solchen Abschluss.

Des Weiteren muss man für sein Thema eine geeignete Bertreuerin oder einen geeigneten Betreuer finden und eventuell auch zusätzliche Lehrveranstaltungen absolvieren (siehe Zulassung).

Welchem Studienplan folgt das Doktoratstudium?

Seit 1. Oktober 2012 gilt für alle Studierende eines der [drei Doktoratsstudien], unabhängig vom Inskriptionsdatum, der neue Studienplan 2012.

Werden die Lehrveranstaltungen für Doktoratsstudien auf Englisch abgehalten?

Das Doktoratsstudium umfasst derzeit vertiefende Lehrveranstaltungen im Umfang von 18 ECTS. Im Regelfall werden die Kurse von Dir oder Deinem Betreuer frei vorgeschlagen und vom Studiendekan genehmigt. Auf der TU Wien werden Lehrveranstaltungen je nach Zuordnung und Vortragenden auf Englisch oder Deutsch abgehalten. Falls die Sprache für Dich ein Thema ist, empfehlen wir, diese für jede gewählte Lehrveransaltung vorab abzuklären, bevor Du um Genehmigung der Vertiefungsfächer beim Studiendekan ansuchst. Bezüglich der Dissertation selbst, vergleiche den FAQ-Eintrag zur Sprache der Dissertation.

Ich habe einen Abschluss, der nicht von der TU Wien ist. Kann ich damit für ein Doktorat an der TU Wien zugelassen werden?

Ja, es gelten dieselben Voraussetzungen wie für Absolventinnen und Absolventen der TU. Es ist allerdings bei der Studienabteilung um Zulassung zum Studium anzusuchen. Zusätzlich ist eine Betreuungszusage für die Dissertation von einer habilitierten Person auf der TU Wien (o. Univ.-Prof., a. o. Univ.-Prof. oder Priv. Doz.) einzuholen.

Beachte, dass das Doktoratsstudium einem Masterstudium der TU Wien zuordenbar und dein Masterabschluss facheinschlägig zum absolvierten Studium sein muss. Möchtest du also beispielsweise Chemie-Doktorat studieren, musst du einen facheinschlägigen Masterabschluss in Chemie vorweisen.

Ich habe einen Abschluss an einer Fachhochschule gemacht. Ist es prinzipiell möglich, ein Doktoratsstudium an der TU Wien zu beginnen?

Es werden auch Absolventinnen und Absolventen einer FH an der TU Wien zum Doktoratsstudium zugelassen, wenn dieses facheinschlägig ist. Den entsprechenden Antrag findet man hier. Je nach Dauer des FH-Studienganges und Grad der Facheinschlägigkeit müssen unter Umständen noch Lehrveranstaltungen zusätzlich absolviert werden. Welche und wie viele wird im Zulassungsbescheid festgelegt. Dafür ist die Studiendekanin oder der Studiendekan der betreffenden Fakultät verantwortlich.

Zahlreiche (österreichische) FH-Studiengänge sind in den Doktoratsstudienverordnungen des BMWF geregelt. Diese Studien sind auf jeden Fall für das jeweilige Doktoratsstudium an der TU Wien zugelassen.

Der Verwaltungsgerichtshof hat überdies entschieden (Geschäftszahl: 2013/10/0140), dass Absolventinnen und Absolventen von fachlich in Frage kommenden Diplom- oder Masterstudien sowie die fachlich in Frage kommenden Fachhochschul-Diplom- oder Masterstudiengänge gemäß § 5 Abs. 3 (nunmehr: § 6 Abs. 4) FHStG zum Doktoratsstudium ohne Auflagen zuzulassen sind. Fachhoschschulabsolventinnen und -absolventen, die ein Masterstudium absolviert haben, das unter die „Verordnung der Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung über das Doktoratsstudium der technischen Wissenschaften für Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschul- Masterstudiengängen“ fällt, haben auf alle Fälle ein fachlich in Frage kommendes Masterstudium absolviert.

Bereits zugelassene Fachhoschschulabsolventinnen und -absolventen, die unter die oben genannte Verodnung fallen, sollten die Studienabteilung der TU Wien kontaktieren oder mit dem Bescheid persönlich hingehen. Abhängig von dem ausgestellten Bescheid werden die Auflagen erlassen. 

Nähere Informationen zur Zulassung gibt es bei der Studienabteilung, für ausländische Studierende beim Referat für ausländische Studierende der HTU.

Ich habe einen Universitätslehrgang/Lehrgang mit universitären Charakter absolviert. Ist es prinzipiell möglich, ein Doktoratsstudium an der TU Wien zu beginnen?

Es muss im Einzelfall geprüft werden, ob der Abschluss des Universitätslehrganges bzw. eines Lehrgangs mit universitärem Charakter ausreicht, um zu einem Doktoratsstudium zugelassen werden. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Zulassung. Es müssen unter Umständen auch noch zusätzlich Lehrveranstaltungen absolviert werden. Welche und wie viele wird individuell im Zulassungsbescheid festgelegt. Dafür ist die/der zuständige Studiendekan/in der betreffenden Fakultät verantwortlich.

Müssen Lehrveranstaltungen, Thema und Betreuerin oder Betreuer schon bei der Zulassung feststehen?

Für Absolventen einer österreichischen Hochschule wird für die Zulassung keine konkrete Betreuungszusage benötigt. Es ist aber erfahrungsgemäß von großem Vorteil, Thema und Betreuerin oder Betreuer schon im Vorfeld abzuklären.

Im Gegensatz dazu ist für Absolventinnen und Absolventen einer postsekundären Bildungseinrichtung im Ausland eine Betreuungszusage eines habilitierten Betreuers bzw. einer habilitierten Betreuerin an der Technischen Universität Wien von Nöten.

Wie funktioniert eine Beurlaubung?

Der Antrag auf Beurlaubung muss bis spätestens vier Wochen nach Semesterbeginn gestellt werden. Das Formular ist in der Studienabteilung erhältlich. Als beurlaubte/r Studierende/r bleibt man formal zum Studium zugelassen, darf allerdings keine Prüfungen ablegen und ist von den Studiengebühren befreit. Der bestehende Studienplan bleibt gültig.

Muss ich jedes Semester zum Studium gemeldet (früher „inskribiert“) sein?

Da es sich bei den sechs Semestern um eine Regelstudienzeit (keine Mindeststudienzeit) handelt, die beliebig unter- oder überschritten werden kann, ist es nicht notwendig, die ganze Zeit über zum Studium gemeldet (früher „inskribiert“) zu bleiben. Man muss allerdings zu Beginn und zum Abschluss des Studiums und zur Ablegung von Prüfungen gemeldet sein. Bei einer Neuzulassung wechselt man automatisch in den aktuell gültigen Studienplan.

Was muss ich beachten, wenn ich (zwischenzeitlich) nicht für das Doktoratsstudium fortgemeldet (inskribiert) bin?

Folgende Nachteile entstehen, wenn man (zwischenzeitlich) nicht für das Doktoratsstudium fortgemeldet (inskribiert) ist (allerdings noch für ein anderes Studium gemeldet ist).

  • Wir können dir keine Informationen mehr zukommen lassen.
  • Du verlierst dein Wahlrecht für die Studierendenvertretung Doktorat bei der ÖH-Wahl.
  • Viele Förderungen/Stipendien benötigen ein laufendes (Doktorats-)studium.
  • Falls der Studienplan geändert wurde (aus unserer Sicht unrealistisch), inskribiert man bei Wiedereintritt automatisch in den neuen Studienplan. Damit können bereits erbrachte Leistungen nicht mehr anrechenbar sein.
  • Die alte Dissertationsvereinbarung verliert ihre Gültigkeit.

Wenn man für kein Studium fortgemeldet ist entstehen folgendende weitere Nachteile:

  • Man kann keine Prüfungen absolvieren.
  • Konferenzgebühren können spürbar höher ausfallen.
  • Man verliert ev. den Zugang zur Infrastruktur, wie TISS, vergünstigte Studierendensoftware, Zugang zu Gebäuden (z.B.: Bibliothek, Labor), Zugang über VPN (damit auch der Zugang zu Journalen, Institutsservern, Großrechnern, ...).
  • Man ist nicht mehr über die ÖH-Versicherung versichert, was insbesondere bei Arbeiten in Labors zu Problemen führen kann (sollte man nicht an der TU beschäftigt sein).
  • Man hat keinen gültigen Studierendenausweis, damit können Vergünstigungen entfallen.
  • Ein Aufenthaltstitel (z.B. Visum) kann ein aktives Studium vorraussetzen.

Kann ich, als an der TU Wien angestellte Person, meine Dissertation während meiner Arbeitszeit verfassen?

Hier ist grundsätzlich zwischen den Möglichkeiten einer Anstellung zu unterscheiden:

  • Universitätsassistentinnen- und Assistenten sind in erster Linie ihrem Arbeitgeber verpflichtet, und können daher für die Lehre als auch für Forschungsaufgaben des Instituts eingesetzt werden (wobei man hier sinnvollerweise Ergebnisse auch für die einzelne Dissertation verwenden können sollte). 
  • Projektassistentinnen- und Assistenten/Studierende in einem Doktoratskolleg werden für spezifische Forschungsprojekte angestellt, und dürfen sich daher in ihrer Arbeitszeit ausschließlich mit diesem auseinandersetzen (wobei das Verfassen wissenschaftlicher Publikationen in einem solchen Fall teilweise inkludiert sein kann).

Ob in der verfügbaren Arbeitszeit Lehrveranstaltungen besucht werden dürfen oder die Dissertation verfasst werden darf, liegt in der Kulanz der Betreuerin bzw. des Betreuers.

Besteht grundsätzlich die Möglichkeit das Doktorat berufsbegleitend zu absolvieren?

Im Prinzip ist ein berufsbegleitendes Studium möglich, sofern dies mit dem/der Betreuer/in vereinbart wird und man auch Zeit findet, die vorgeschriebenen 18 ECTS an Lehrveranstaltungen zu absolvieren. Es ist aber zu bedenken, dass ein Doktorat an der TU Wien in der Regel mindestens drei Jahre Vollzeitarbeit erfordert, bei Teilzeit entsprechend länger.

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  1. Das Thema überschneidet sich (teilweise) mit dem der Arbeit:  In vielen Fällen sind Doktoranden und Doktorandinnen entweder an der TU Wien angestellt, haben ein Stipendium erhalten oder arbeiten in facheinschlägigen Firmen, die im Idealfall die Dissertation unterstützen oder sogar (mit-) finanzieren. In diesem Fall verkürzt sich meist die Einarbeitungszeit in das jeweilige Thema, und Ergebnisse aus der Arbeit können teilweise auch für die Dissertation verwendet werden (achte dabei aber auf das Einverständnis mit dem Arbeitgeber!). Das Verfassen der wiss. Arbeit erfolgt üblicherweise zwar trotzdem außerhalb der Arbeitszeiten, wird aber immer noch vergleichsweise schneller zu absolvieren sein.
  2. Dissertation und Job haben keinerlei Überschneidung: Das Verfassen einer Dissertation ist ähnich einem sehr herausfordernden Hobby, speziell wenn es nach einem anstrengenden Arbeitstag betrieben werden soll. Im Fall einer fachlich unspezifischen Vollzeitbeschäftigung ist das Absolvieren eines Doktoratsstudiums also sehr schwierig, aber durchaus nicht unmöglich.

Habe ich Anspruch auf das Patent bzw. geistiges Eigentum bei einer Erfindung?

Prinzipiell kommt es darauf an, ob ein Dienstverhältnis zur Universität besteht: Bei Assistenten hat die Universität ein Vor-Verwertungsrecht, d.h. sogenannte Diensterfindungen müssen der TU vorgelegt werden. Die derzeitige Regelung sieht eine einmalige Erfinderprämie sowie 35% der Nettoerlöse für den Erfinder vor.

Hat die TU kein Interesse an der Erfindung, ist eine private Verwertung möglich. Bei Projektassistenten kommt noch evtl. ein Verwertungsrecht des Geldgebers hinzu. Näheres findet sich in der Mitteilung der Vizerektorin für Forschung betreffend Umgang mit Diensterfindungen an der TU Wien. Bei Dissertationen mit Verwertungsinteressen kann eine Veröffentlichungssperre von maximal fünf Jahren beantragt werden (UG 2002 § 86 Abs. 2).

Ich habe in Österreich keine Anstellung und bin daher nicht krankenversichert. Ich bin auch zu alt um mich bei meinen Eltern mitzuversichern. Wie kann ich mich selbst krankenversichern?

Die österreichischen Gebietskrankenkassen bieten die Moeglichkeit einer freiwilligen Selbstversicherung. Zustaendig ist dabei die GKK des Bundeslandes in dem der Hauptwohnsitz liegt. Doktoratsstudierende koennen dabei den Studierendentarif beantragen, falls das Doktoratsstudium auf ein vorhergegangenes Diplomstudium aufbaut und die Mindeststudienzeit + vier Semester noch nicht ueberschritten wurde. Die monatlichen Beitragszahlungen belaufen sich dann auf rund 60 Euro. Die niederoesterreichische GKK bietet einen online-Check, mit dem sich ueberpruefen laesst ob man den Studierendentarif beantragen kann. Er fragt auch noch einige zusaetliche Bedingungen ab:
http://www.sozialversicherung.at/expert/enb.cgi?SHOWMODE=1&WIZARD=S-STUDENTEN&TRAEGER=NOEGKK&BEREICH=SV&LAYOUT=NOEGKK

Gibt es ein Alterslimit für das Doktoratsstudium?

Nein.